[Buchbesprechung] Starrett, Kelly: Ready to Run

Keine Feiertage für Läufer, keine Ausreden: Kelly Starrets „Ready to Run. Entfessle dein natürliches Laufpotenzial“

Ready to Run: Entfessle dein natürliches Laufpotenzial

Wie oft am Tag ertappt Ihr Euch dabei, dass Ihr so steht wie Kelly Starrett auf der Abbildung unten rechts: Das eine Bein etwas vor dem anderen stehend, die Hüfte versetzt? Wie oft die Woche trinkt Ihr mehr als drei Liter isotonische Getränke am Tag? Denkt Ihr immer daran, Euch vor dem Lauf warm zu machen und danach abzukühlen? Also bei mir ist es so: Die erste Frage müsste ich vor Kurzem noch mit häufiger, die zweite mit selten und die dritte mit selten und immer beantworten. Mittlerweile habe ich die Sache gut im Griff, aber vom Optimum bin ich noch etwas entfernt.

scan0001-2

Kelly Starrett: Körperhaltung beim Stehen, aus: Ready to Run

Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, was ich denn so will. Ich habe mir von meiner Reise nach Polen das Buch von Kelly Starrett „Ready to Run“ mitgebracht. Es ist zwar schon ein Jahr alt und ich habe schon überlegt, ob ich es denn brauche, aber ein Fehlkauf war es sicherlich nicht. Wieso? Weil einem bei der Lektüre so einige Sachen bewusst werden, auf die man vorher blind war. Die drei im ersten Absatz schon erwähnten zum Beispiel. Darum und um vieles andere mehr geht es in dem Buch. Es handelt weniger vom Laufen. Es ist vielmehr ein Kompendium davon, wie man sich professionell auf das Laufen vorbereiten kann. Wer träumt denn nicht davon, ewig verletzungsfrei zu bleiben? Das Buch garantiert es natürlich nicht, aber es macht auf viele Themen aus dem Sportleralltag aufmerksam.

Das Buch von Kelly Starrett besteht aus vier Teilen. Im ersten Kapitel geht es um den Läufer an sich und seine natürlichen Veranlagungen. Wir sind alle zum Laufen geboren. Wir haben alle zwei Beine, die wie Federn funktionieren. Wir haben bogenähnliche Füße. Unsere Achillessehnen sind elastisch. Unser Hintern ist der größte Muskel und dazu da, uns beim Laufen aufrecht zu halten. Unsere Ohren sind wie kleine Navigationsgeräte. Es liegt an einem selbst, so Starrett, dieses Potential zu schätzen und richtig zu verwenden.

„Jeder sollte sich selbst grundlegend gesund unf fit halten können“

Um auf dem „Laufen“den zu bleiben, genügt es nicht zu laufen. Starrett empfiehlt jedem aktiven, sei es Hobby- oder Profiläufer, jeden Tag eine 10minütige Inspektion durchzuführen. Von sich selbst und davon, ob und wo es vielleicht zwickt. Und wenn ja, nicht ignorieren oder durch bessere, modernere, teurere Schuhe aufholen zu wollen, sondern dem Problem nachzugehen.

Und nun zu den Problemen: Es beginnt damit, dass viele Läufer sich nur beim Laufen als solche verhalten. Direkt davor und danach vergessen sie es, oder wollen gar nicht daran denken. Es führt dazu, dass sie sich A) nicht aufwärmen, B) nicht abkühlen. Das beobachtet Ihr bestimmt auch selbst manchmal im Studio. Es wird sofort aufs Laufband gestiegen und direkt danach geht es an die Geräte. Starrett zeigt in seinem Buch einige interessante Übungen, die man vor und nach dem Lauf ausführen sollte. Wie zum Beispiel die Dehnübung, die Ihr auf dem Bild unten seht. Beim ersten Mal ist es unheimlich schwierig, aber mit jedem Mal geht es immer leichter.

Dehnübung Kelly Starrett

Dehnübung Kelly Starrett

Insgesamt habe ich die und andere Dehnübungen übrigens schon einige Male gemacht und ganz ehrlich? Es dauert vielleicht 5 Minuten länger, das Gefühl danach ist aber grandios.

Ein weiteres Problem ist die Körperhaltung beim Stehen. So wie das Bild oben zeigt – erstes Teilbild von rechts – ist es definitiv nicht richtig. Unsere Füße sind dazu da, um parallel nebeneinander zu stehen oder aufzutreten – das erste Teilbild von links. Konsequenterweise auch beim Laufen. Auch sind unsere Wirbelsäule und unser Rücken dazu da, um beim Laufen in gerader Position zu sein. Nicht gebückt, nicht verkrümmt. Kelly Starrett appelliert in seinem Buch mehrmals an den Läufer, weniger an die modernsten Schuhe als an die natürliche Körperhaltung zu achten und sie stetig zu kontrollieren. 

Im dritten Teil folgen zahlreiche Übungsempfehlungen mit den entsprehenden Utensilien. Sei es mit einer Rolle, einem Cricketball oder dem Yoga Tune Up Ball. Abhängig davon, um welches Körperteil es sich handelt, und was da gerade nicht funktioniert. Jede Übung ist mit mehreren Bildern sehr gut und nachvollziehbar dargestellt.

Last but not least: Im letzten Kapitel folgen eine Art Zusammenfassung und Anleitung, wie man vorgehen sollte, wenn eine Verletzung oder Beschwerde akut wird. Auch findet Ihr dort einen Wochenplan, in den Starrett seine Übungen schon eingebaut hat. Ob man ihn so durchziehen muss, sei dahingestellt. Ich finde die Idee aber sehr gut.

Ich habe das Buch an einem Tag geradezu verschluckt. Nicht nur wegen des kompakt und sehr verständlich vermittelten Inhalts. Starrets Sprache ist sehr ironisch. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Das gefiel mir fast am allermeisten.

Hey, so viel zu dem Buch von mir. Und wenn Ihr wissen wollt, was es mit dem Barfußsamstag auf sich hat, dann nichts wie Buch kaufen und lesen. Mir hat es unheimlich viel gebracht. Ich kann es mit bestem Gewissen von Herzen empfehlen und freue mich schon auf die weiteren Titel von Starrett.

Auf der Skala von 1 bis fünf Sternen bekommt es von mir * * * * *


„Ready to Run“ von Kelly Starrett erschien 2015 im Riva Verlag.

Das Buch bekommst Du, wie alle anderen von mir empfohlenen Artikel, in meinem Affiliate Partnerprogramm bei Amazon. Es reicht, wenn du den unten stehenden Link anklickst. Er führt Dich direkt zur entsprechenden Produktseite.

ready-to-run

Starrett, Kelly Dr. / Murphy, T.J.: „Ready to Run. Entfessle dein natürliches Laufpotenzial“

München: Riva 2015

ISBN: 978-3-86883-568-7

288 Seiten

Preis: 24,99 €, z.B. direkt bei Amazon erhältlich:

 Ready to Run: Entfessle dein natürliches Laufpotenzial

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s